EIN JAHR LANG IN ROT-WEISS-ROT

Sogar drei Wochen nach diesem einen Tag, sage ich immer noch zu meiner Freundin, dass ich es kaum richtig glauben kann. Ein Jahr lang die eigene Nation bei Wettkämpfen zu repräsentieren, ist wohl der Traum eines jeden Radprofis! Am 25. Juni ging dies für mich in Erfüllung – obwohl das ganze Team dieses Trikot tragen sollte! Angefangen bei meinen zwei Teamkollegen und sehr engen Freunden Pösti (Lukas Pöstlberger) und Koni (Patrick Konrad). Die beiden haben in diesem Rennen ihre eigenen Chancen auf den Nagel gehängt, um mich bei der Jagd um das begehrte Trikot zu unterstützen! Pösti war gleich einmal in der ersten Ausreißergruppe vertreten, was das Rennen für Patrick und mich vorübergehend etwas entspannter machte.

Als dann unser sportlicher Leiter Christian Pömer über Funk mitteilte, dass Lukas Hilfe benötigen würde, versuchte Patrick die Lücke etwas zu schließen. Nach unglaublich starker Teamleistung, war nun ich gefragt, am letzten Berg zur Spitze aufzuschließen. Gerade als ich Pösti und Michael Gogl einholen konnte, passierte das Ungeschick: Ein Rennleiter hat Pösti vom Rad gefahren. Zum Glück konnte er gleich wieder aufs Rad und durch Fair Play von Michael Gogl wieder das Trio komplettieren. Nun war es unsere Aufgabe, taktisch richtig zu handeln, um uns so von Michael absetzen zu können. Lukas setzte die entscheidende Attacke, bei der Gogl die Lücke nicht mehr schließen konnte. Ich bekam im Funk das „Go“ und baute gemeinsam mit Pösti die Führung aus. 5 Kilometer vor dem Ziel sagte Christian Pömer, dass wir super zusammengearbeitet haben und die Entscheidung bei uns liegt, wer Meister werden soll. Es war der Sieg von uns drei Fahrern und dem gesamten Team, das hinter uns steht! Wie ich bereits beim Interview nach dem Zieleinlauf gesagt habe, würde ich dieses Trikot am liebsten dritteln ;).

Hier ist das Video von Tini und Andy (www.geradeaus.at) – DANKE dafür!!!

Nach der ÖM habe ich eine kleine Pause eingelegt, um Kraft für die zweite Saisonhälfte zu tanken. Wir waren einige Tage im Gasthof Jodlbühel in Kitzbühel bei Familie Reisch untergebracht, um dort die besten Topfenpalatschinken zu essen, auf die ich mich schon so gefreut habe ;). Danach ging es gleich nach Osttirol zum Sporthotel Hochlienz, wo ich langsam wieder in Trainingsmodus gekommen bin, ehe das Team nachgekommen ist.

Weitergehen wird meine zweite Saisonhälfte nächsten Mittwoch beim Welser Innenstadtkriterium, das größte Event für die österreichische Radsportbühne. Ich freue mich schon auf viele Zuschauer und Radsportbegeisterte entlang der Strecke und nach dem Rennen ;). Danach geht es für mich weiter zur Polenrundfahrt, welche zur World Tour gehört.

Bleibt dran,
Gregor


Fotocopyright: Günther Iby